Steigende Hartmetallpreise: Wann Cermet sinnvoll ist

Steigende Hartmetallpreise: Wann Cermet sinnvoll ist

Da der Zugang zu kritischen Rohstoffen zunehmend eingeschränkt wird, überdenken Hersteller die Verwendung von Schneidwerkstoffmaterialien in verschiedenen Bearbeitungsphasen. Während Hartmetall für viele Operationen unverzichtbar bleibt, ist sein weitverbreiteter Einsatz nicht immer technisch notwendig, insbesondere bei Schlichtprozessen.

Bei diesen Anwendungen verlagert sich der Fokus von der Belastbarkeit auf Prozessstabilität, Oberflächenqualität und effizienten Materialeinsatz. Hier wird Cermet zu einer rationalen und technisch fundierten Alternative.

Weniger Hartmetall durch konstruktive Auslegung

Hartmetall ist bei Schrupp- und Schwerzerspanungsoperationen unverzichtbar. Schlichtoperationen umfassen jedoch typischerweise:

  • Geringe Schnitttiefen
  • Hohe Schnittgeschwindigkeiten
  • Niedrige Schnittbelastungen
  • Kontinuierliche oder leicht unterbrochene Schnitte

Unter diesen Bedingungen werden die volle Zähigkeit und das Materialvolumen von Hartmetall oft nicht ausgeschöpft.

Cermet – abgeleitet von keramischen und metallischen Komponenten – ist speziell für diesen Einsatzbereich entwickelt. Durch die Reduzierung der Abhängigkeit von Hartmetall bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Schnittleistung bietet es eine praktische Antwort auf Materialknappheit, ohne die Bearbeitungsergebnisse zu beeinträchtigen.

Wo Cermet am besten funktioniert

Cermet ist kein universeller Ersatz. Sein Wert liegt in der korrekten Anwendung.

Optimale Anwendungsfälle umfassen:

  • Schlichten und leichtes Halbschlichten
  • Kontinuierliches Schneiden und leichte Unterbrechung
  • Stabile Bearbeitungsbedingungen
  • Operationen, bei denen die Oberflächengüte entscheidend ist

Bei Anwendung innerhalb dieses Bereichs und unter Berücksichtigung geeigneter Schnittbedingungen kann die Produktivität aufrechterhalten werden, während gleichzeitig die Oberflächenkonsistenz und die Vorhersagbarkeit des Werkzeugverschleißes verbessert werden.

Tungaloy-Cermet-Sorten für Schlichtanwendungen

Tungaloy Corporation bietet ein fokussiertes Cermet-Sortiment, das für Schlicht- und Leichtschnittoperationen bei Stählen und legierten Stählen entwickelt wurde:

  • NS9530 – Ausgewogene Zähigkeit und Verschleißfestigkeit für stabiles Schlichten bis mittlere Zerspanung
  • GT9530 – Optimiert für Oberflächengüte und Verschleißfestigkeit beim Präzisionsschlichten
  • AT9530 – Entwickelt für legierte Stähle, liefert konsistente Oberflächenqualität bei kontinuierlicher Zerspanung

Anstatt die Sortenkomplexität zu erweitern, ist dieses Sortiment so strukturiert, dass es typische Schlichtbedingungen mit Klarheit und Vorhersagbarkeit abdeckt.

Produktivität entwickeln – nicht substituieren

Die Einführung von Cermet bedeutet nicht, Hartmetall überall zu ersetzen. Es geht darum, den Prozess zu entwickeln.

Aus produktionstechnischer Sicht kann der Einsatz von Cermet unter geeigneten Bedingungen:

  • Die Abhängigkeit von Hartmetallressourcen reduzieren
  • Stabile Produktivität bei Schlichtoperationen aufrechterhalten
  • Hohe und konsistente Oberflächenqualität liefern
  • Die Kosteneffizienz auf Prozessebene verbessern

Der Schlüssel liegt in der Abstimmung: Material, Geometrie und Schnittbedingungen müssen auf die tatsächlichen Anforderungen der Operation abgestimmt werden.

Eine intelligentere Materialzuteilung

Da die Ressourcenverfügbarkeit zu einem langfristigen Problem wird, müssen sich Bearbeitungsstrategien über den übermäßigen Materialeinsatz hinaus entwickeln. Cermet stellt eine gezielte, anwendungsorientierte Lösung dar – eine, die die Schlichtleistung unterstützt und gleichzeitig konstruktionsbedingt weniger Hartmetall verwendet.

Im heutigen Umfeld bedeutet Effizienz nicht mehr nur schneller zu zerspanen. Es geht darum, das richtige Material am richtigen Ort aus dem richtigen Grund einzusetzen.